Beispiel für Schreibarbeit #1
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Inwiefern und wodurch hat sich das Bild und der Diskurs über Frauen im Laufe der Frühneuzeit gewandelt?

16.12.2017

Inhaltsverzeichnis

  • 1. Einleitung 3
  • 2. Die einzelnen Bereiche 3
  •     2.1. Das Titelblatt 3
  •     2.2. Inhaltsverzeichnis 3
  •     2.3. Abbildungsverzeichnis, Tabellenverzeichnis, Abkürzungsverzeichnis 3
  • 3. Inhalt der Arbeit. Zitate 3
  • 4. Literaturverzeichnis 4

1. Essey

Die Neuzeit hat Änderungen und unterschiedliche Form der sozialen Rollen mit sich gebracht. Eines blieb unverändert, die Frau muss die in der Familie und in der Gesellschaft zugewiesene Rolle rechtfertigen. Die theoretische Basis für die Forschung der Frauenfrage wurde schon im 13. Jahrhundert gelegt. Die Diskurse wurden zu jener Zeit um die aristotelische Doktrin konzentriert, die die Frau als ein unvollständiges Wesen betrachtete (Vgl. Berriot-Savadore, S. 367). Daher war der Fokus der Naturwissenschaftler im Rahmen der Frauenfrage meist rein auf die menschliche Fortpflanzung  gelegt. Auch die Lehre des Galens trug dazu bei, dass der weibliche Körper, der durch Ohnmacht und Schwäche definiert wurde, nur in die Hierarchie zwischen dem Tier und Mann passte (Vgl. Berriot-Savadore, S. 371). Die wissenschaftlichen Werke des 16. Und des 17. Jahrhunderts befassten sich mit der Frauenfrage meistens vom medizinischen Standpunkt und hervorheben die Fragen der diskriminierenden Natur, wie ob die Frau nicht das Irrtum der Natur sei. Als Ergebnis wurde der Mythos der unvollendeten Frau auf den Mythos der Frau als Gebärmutter gewechselt. Diese Doktrin inspirierte weitere Forschungen der Medizinern, der Moralisten und der Theologen, die aufdecken, dass alle Frauenkrankheiten rein von den Frauenorganen verursacht sind. Als Vorbild dieser Irrglaube war das Studium der Hysterie, indem sie ausgehend aus den vermuteten Eigenschaften der Gebärmutter wie Geruchsempfindlichkeit geheilt wurden (Vgl. Berriot-Savadore, S. 380-382).

Erst im 19. Jahrhundert wurde die Stellungnahme geändert. Jedoch kommt das weitere Problem. Trotz der Versuche der cartesianisch geprägten Frühaufklärung, die Gleichheit der Frau und des Mannes in erster Linie in Bezug auf das Verständnis zu beweisen, dominieren nach wie vor die Vorstellungen von den natürlichen Geschlechtsunterschieden zwischen Frauen und Männern, die von den Schriften von Jean-Jacques Rousseau gefördert werden (Vgl. Oritz C., S. 85). Die Vorstellungen vom Wesen der Frau, von ihrer sozialen Funktionen  und von ihrer Rechtstellung in der Gesellschaft entwickelten ein idealisiertes Bild der Rollenerwartungen wie das neuzeitliche Mutterideal und die Rolle der Hausfrau. Elisabeth Badinter mit ihrer Studie über die Mutterliebe entwickelte eine neue Ideologie der Mutterschaft und der Frauenrolle. Seit 1980 aber rückt sich der Fokus von den Fragen der Mutterschaft mehr zu den Fragen der Philosophie der Frauennatur und der Verweigerung der Gleichheit der Geschlechter. Wie vorher herrscht die Vorstellung, dass die Natur der Frau auf die Hervorbringung der Kinder bestimmt ist. Deswegen muss die Frau so viel wie möglich Kinder gebären. Dazu kommen aber noch die Verpflichtungen hinsichtlich der Erziehung, die ausschließlich der Pflicht der Frau ist. Die öffentlichen Aktivitäten der gebildeten Frauen wurden stark kritisiert und als frauenwidrig in der Gesellschaft repräsentiert. Die feministischen Forschungen fokussierten sich auf den Auseinandersetzungen mit den Rollen und den Beziehungen der Frau und des Mannes in der Ehe. Die Frage der Elternrollen und der Generationenhierarchie, die eigentlich stark mit der herrschenden Stellungnahme der „Domestizierung“ der Frau verbunden sind,  tritt aber in den Hintergrund (Vgl. Opitz C., S. 87). Das bedeutete eine Wandlung, indem die rechtsgeschichtliche Betrachtung der Familie fast vollständig auf der Rolle der Mutter konzentriert wurde. Diese Tendenz hat aber ihre positiven Folgen in erster Linie für die uneheliche Mütter und ihre Kinder.  Die unehelichen Kinder wurden somit mit den in der Ehe geborenen Kindern gleich gestellt, was ohne Zweifel eine große Errungenschaft für die Gesellschaft war. Die damit verbundene strafrechtliche Verfolgung des Kindesmordes, die die Kehrseite der aufklärerischen Reform zeigte, die nicht der Entlastung der auch ungewollt Schwangeren oder der Mutter diente, sondern die öffentliche Moral und den Kindeswohl förderten (Vgl. Opitz C., S. 87-88). Die Mutterschaft wurde und wird noch  Idealisiert und gefördert. Das selbständige Stillen wurde zu einer Art der Tugend aufgeklärt. Eigentlich hatte diese Ideologie auch politische Ziele, da die Verbesserung der Kindernahrung und der Kinderpflege die Verbesserung der Gesellschaft fördert. Aber diese Position beschränkte die soziale Aktivität der Frau. Auch heute noch kann man die Vorstellungen hinsichtlich der berechtigten weiblichen Berufsbildung.

In der neusten Zeit transformieren sich der Zugriff zu der Frauenfrage und die Diskussion über die Mutterschaft. Die Vaterrolle gewinnt an Bedeutung und beeinflusst auch die gesellschaftlichen Vorstellungen. Beide Eltern werden als Verantwortliche für die Erziehung der Kinder geklärt. Die Frauenrechte und die Möglichkeiten, die Wahlfreiheit sind wesentlich erweitert. Die Rolle der Mutter wird neu definiert. Aber nach wie vor bleiben die Mutterschaft und die Mutterliebe im Zentrum der Thematik.

2. Literaturverzeichnis

1. Evelyne Berriot-Saldavore: „Der medizinische und andere wissenschaftliche Diskurse“ in: Duby Georges, Perrot Michelle (Hrsg): Geschichte der Frauen.

2. Opitz Claudia, Weckel Ulike, Kleinau Elke (2000): Tugend, Vernunft und Gefühl. Geschlechterdiskurse der Aufklärung und weibliche Lebenswelten. Münster: Waxmann